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Donnerstag, 10. September 2020

LAG Mangfalltal-Inntal: Gremium gibt neue Projekte zur Förderung frei

Frisches Ausstellungskonzept im Heimathaus Blaahaus in Kiefersfelden, innovatives Tagungsformat Leerstandskonferenz Mangfalltal und unermüdliches Bürgerengagement in unserer Region

 

Auf der ersten physischen Sitzung des LAG-Entscheidungsgremiums – natürlich mit entsprechendem Abstand und Hygienekonzept – gibt dieses drei neue Vorhaben zur Förderung frei:

Umsetzung Ausstellungskonzept Heimathaus Blaahaus in Kiefersfelden

Die einzigartige Sammlung im Blaahaus in Kiefersfelden zur Industriegeschichte der Region ist etwas ganz Besonderes: mit allerlei Raritäten zur Ortsund Regionalgeschichte ausgestattet wird dort die Erfindungsgabe der Kieferer gezeigt. Indem sie den Energieträger und Transportweg Kieferbach zu nutzen wussten, siedelten sie florierende Industriezweige mit Eisen, Zement und Marmor an. Die Industriearbeiter hatten im Vergleich zur landwirtschaftlichen Arbeiterschaft sogar so genannte „Freizeit“, so dass auch die Kulturgeschichte der Region hier ihren Ausgang nahm. In enger Zusammenarbeit mit der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern werden die zahlreichen und oft kuriosen Ausstellungsstücke im Heimathaus nun neu sortiert und die museale Konzeption modernisiert. Das LAG-Gremium hat nun eine Förderung mit gut 190.000 € LEADER-Mitteln befürwortet. Damit kann Kiefersfelden den Förderantrag bei zuständigen Landwirtschaftsamt in Rosenheim stellen.

Leerstandskonferenz Mangfalltal

Das (halb)leerstehende, meist zu groß gebaute Einfamilienhaus im so genannten „Donut-Ring“ unserer Orte ist Teil eines gewohnten Bildes geworden. Kein Nahversorger in der Nähe, wenig Möglichkeiten für fußläufiges Einkaufen und kein adäquater öffentlicher Raum für zufällige Begegnungen. Das verbindende Element zum Arbeitsort, den Nachbarsiedlungen und den Einkaufsstätten ist die Straße und das Auto. Es werden immer noch Baugebiete für neue Einfamilienhausgebiete ausgewiesen, und gleichzeitig stehen auf der anderen Straßenseite die in die Jahre gekommenen Siedlungen vielfach (halb)leer. Was tun? Die Leerstandskonferenz Mangfalltal greift dieses Thema auf und möchte Strategien im Umgang mit diesen „Immobilienleichen“ aufzeigen sowie neue Modelle von Lebensraumschaffung öffentlich diskutieren. Denn dieser (Halb)Leerstand ist kein eindimensionales, isoliertes Thema. Weder wird es von einer Person oder einer Expertise ausgelöst, noch wird jemand im Alleingang eine Lösung entwickeln. Es ist das Ziel der Konferenz, die umfassenden Umstände aufzuzeigen, die zu dieser Problematik geführt haben, aber auch die Potenziale ungenutzter Einfamilienhäuser zu erfassen und kreativ Ideen für neue Nutzungen zu entwickeln. Gleichzeitig werden sich die Akteure mit dem Thema Wohnen auseinandersetzen und der Frage nach neuen Wohnformen für Heute und die Zukunft in Stadt und Land nachgehen. Auf der Tagung sollen Leerstandsbesitzende auf Leerstandsbefüllende treffen und Menschen mit Ideen, Initiatoren sowie Umsetzer*innen zusammenfinden. Die Konferenz wird in Kooperation mit der LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land umgesetzt.

Bürgerengagement in Brannenburg: Rücksichtnahme auf die Almwirtschaft erwünscht Naturbegeisterung und Freude am (Berg-)Wandern hat in unserer Region Tradition. Mehrere Faktoren führen jedoch dazu, dass die Zahl der Gäste zunimmt, und die Art der Fortbewegung in den Bergen rasanter wird. Mit viel ehrenamtlichem Engagement haben die Brannenburger Almbauern um Josef Bichler eine Infotafel zur Almwirtschaft und zu erwünschten Verhaltensregeln seitens der Biker erarbeitet. Die Tafel soll am Weg auf den Wendelstein im Almbereich installiert werden.


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